Informationen
... über die MR-Mammographie
Liebe Patientin,
Sie möchten zu einer Magnet-Resonanz-Mammographie-Untersuchung (MRM) der Brust (oder auch Kernspintomographie) kommen. Diese Methode ist das genaueste Verfahren zum Nachweis von Brustkrebs und kann bösartige Veränderungen Jahre bis Jahrzehnte früher entdecken als die Röntgen-Mammographie und/oder die Sonographie. Wir entwickeln diese Methode seit 1983.
Ein früh entdeckter Tumor ist nach allen heute bekannten medizinischen Informationen ein heilbarer Tumor. Die MRM kann die Zahl, Größe, Lokalisation und Aggressivität von Tumoren bewerten sowie gutartige und bösartige Veränderungen mit hoher Genauigkeit voneinander unterscheiden, wesentlich besser als Röntgen und Ultraschall.
Das Erfreulichste ist jedoch die hohe Aussagekraft beim Ausschluss von bösartigen Tumoren: Wenn die MRM - unter den von uns entwickelten technischen Bedingungen - keinen bösartigen Tumor nachweist, dann ist auch tatsächlich in 99% kein invasiver maligner Tumor in einer Größe von mehr als 2 mm Größe vorhanden. Diese Erkenntnisse haben wir in den ersten zehn Jahren gewonnen (vor 1996), als damals praktisch jede Patientin, unabhängig vom Ergebnis der MRM, operiert wurde.
Wenn die MRM einen bösartigen Tumor findet, dann ist es in der nachfolgenden Operation erfahrungsgemäß zu 80% ein bösartiger Tumor, zu 20% wird jedoch ein gutartiger Tumor entdeckt, der sich ähnlich darstellen kann wie ein bösartiger.
Machen Sie sich keine allzu großen Sorgen. Diese Untersuchung ist die genaueste Methode um festzustellen, ob und -wenn ja- was für eine Erkrankung in der Brust vorliegt, ohne dass man Gewebe herausnimmt.
Wir brauchen dazu jedoch Ihre Mitarbeit. Vor Allem Ihre ruhige Lage während der 12-minütigen Messung im Gerät, da wir weit über 1000 Bilder von jeder Brust anfertigen und diese Bilder verwackelungsfrei abgebildet werden sollten. Also bitte bleiben Sie ruhig und entspannt im Gerät liegen und lassen Sie sich durch das klopfende Geräusch während der Messung nicht stören.

... aus der Forschung
Im Rahmen von Forschungsprojekten erarbeiten wir derzeit minimalinvasive Therapie-methoden, die eine bisher angewandte standardmäßige Operation in Zukunft einmal ersetzen können:
Da die MRM nun einen Tumor in einer wesentlich kleineren durchschnittlichen Größe darstellen kann als andere Verfahren, erproben wir derzeit auch noch neue Therapiemethoden, die es erlauben, in einer ambulanten und schonenden Weise einen Tumor mit Wärme oder Kälte zu entfernen.
Die ersten Erfahrungen auf diesem Gebiet sind sehr erfreulich:
Nach einer ambulanten Behandlung mit der Kryotherapie war bei den ersten 55 Patientinnen ein Tumor, wenn er kleiner als 1,5 cm war, in der nachfolgenden Operation nicht mehr nachweisbar. Die Untersuchung ist schmerzfrei und kann ambulant durchgeführt werden.
Noch interessanter ist die Entfernung des Tumors mit der so genannten Magnetischen Thermoablation. Dabei wird eine kleine Menge eines Kontrastmittels gezielt unter Bildkontrolle direkt in den Tumor injiziert und diese Substanz durch eine elektromagnetische berührungslose und schmerzfreie Aufwärmung von außen erwärmt, so dass der Tumor durch Wärme zerstört wird.
Beide minimal-invasiven Verfahren werden derzeit als wissenschaftliche Studien durchgeführt, bei denen die Patientinnen einer nachfolgenden traditionellen Operation zustimmen müssen. Nur so können wir feststellen, wie genau wir die Tumoren behandelt hatten. Spätere Generationen von Patientinnen werden sehr davon profitieren, wenn sie einen Tumor ohne Operation komplett entfernt bekommen.
Für weitere Informationen stehen wir Ihnen jederzeit sehr gerne zur Verfügung.
Ich wünsche Ihnen von Herzen einen erfreulichen Befund ohne bösartigen Tumor. Ich bitte Sie zu verstehen, dass selbst ein kleiner bösartiger Tumor in der Regel einen „erfreulichen Befund“ darstellt, da er noch keine lebensbedrohliche Situation bedeutet.
Mit besten Grüßen
Prof. Dr. W. A. Kaiser